Sonntag, 27. Mai 2012
Keep Breathing (Grey's Anatomy)


Eine kleine Geschichte der Liebe zwischen einer jungen Frau und einem Toten, die lange nach einer Zeit spielt, in der alles schon vorbei zu sein schien. (Sprich irgendwann zwischen sechster und achter Staffel. Sucht euch eine hübsche Stelle aus, an der dieses bisschen Drama noch hätte reingequetscht werden können.)
Es ist nichts Besonderes, nichts Großes. Einfach nur ein flüchtiger Gedanke, wie es auch hätte kommen können.

Grüßchens,
eure Julia ♥


Keep Breathing
# Grey's Anatomy

Das flackernde Licht der Kerze, die sie neben sich auf der Fensterbank aufgestellt hatte, benetzte ihr Gesicht mit einem vagen Schimmer, warf beinahe nur flüchtig zu erahnende Schatten ihrer dunklen, langen Wimpern auf die Wangen. Die winzige Flamme spiegelte sich matt in dem Glas des Fensters wieder, und noch bevor sie ihre Lider aufschlug, wusste sie, wen sie ebenfalls in der Scheibe hinter ihrer Schulter hätte sehen können.

»Izzie.« Ihre Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln, während sie spürte, wie sich eine einzelne Träne aus ihrem Augenwinkel löste und über ihr Gesicht rann. Die Dunkelheit und das seichte Trommeln der Regentropfen gegen das Fenster verschlangen seine raue Stimme fast vollständig, und für den Bruchteil einer Sekunde hatte es ihr fast gelingen können, sich daran festzuhalten, dass sie ihn sich nur einbildete; dass sie seine Stimme nur hörte, weil es vor schier endlos langer Zeit einmal einen Mann namens Denny Duquette in ihrem Leben gegeben hatte. Doch als sie die Augen öffnete und ihr verschleierter Blick den seinen traf, stockte ihr der Atem.

»Oh Gott«, flüsterte sie. Er lehnte an der Wand direkt neben ihr, die Hände in den Taschen seiner Jeans, und blickte mit einem traurigen Lächeln auf sie hinab. Sein Schatten zeichnete sich dunkel auf dem Parkett ab, still, reglos und perfekt. Als hätte sich über all die Jahre hinweg nichts geändert.

Izzie presste die Lippen fest aufeinander und schüttelte mit dem Kopf, den Blick wortlos aus dem Fenster gewandt. Vor ihren Augen tanzten dunkle und helle Punkte gleichzeitig, und mit seinen nächsten Worten überkam sie jener stechende Schmerz im Bereich ihrer Schläfen, den sie bereits seit wenigen Tagen so deutlich wie ewig nicht mehr gespürt hatte. »Du weißt, was das bedeutet, Iz?«, fragte er sie leise und strich ihr vorsichtig eine Strähne aus der Stirn. Sie standen so nah beieinander, dass sie seinen Atem auf ihren Lippen spüren, seinen Herzschlag hören konnte.

Ihr Schweigen bedeutete mehr als alle Worte der Welt.